| Einführung in Thema und Rahmen
der Arbeit
Fragestellung
Zielsetzung
Schwerpunkte und Begrenzungen
Methodik
Forschungsstand
Exkurs – Verwendung von Internet und "Html"
für Hausarbeiten
Einführung in Thema und Rahmen der Arbeit
Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Hausarbeit, die ich im Rahmen von einem im
Wintersemester 01/02 durch Dr. Stephan Rosiny an dem Islamwissenschaftlichen Institut der Freien
Universität Berlin angebotenen Seminar mit dem Thema "Oppositionsbewegungen im Nahen
Osten" bearbeite. Der Stand meiner vor allem im Internet durchgeführten Recherche und der
von mir bearbeiteten Daten ist März und April 2002.
Fragestellung
Das Thema "Nutzen und Nutzung der Neuen Medien durch Oppositionsbewegungen im Nahen
Osten" umfasst eine Auseinandersetzung mit dem Begriff "Opposition im Nahen Osten"
und der ganz aktuellen Verbreitung "Neuer Medien" in diesem Raum. Es folgen Beschreibung
und Analyse des potentiellen Nutzens und der tatsächlichen Nutzung des Internets durch die
Oppositionsbewegungen.
Zielsetzung
Das Ziel welches ich mit dieser Arbeit verfolge, ist einen möglichst umfassenden und
kritischen Überblick in die sich schnell entwickelnde und hochaktuelle Thematik des
politischen Potentials der "Neuen Medien" zu vermitteln. Wie sieht die Realität des
Potentials in den einzelnen Ländern aus, und wie und von wem wird es genutzt? Wie ändert
sich durch die "Neuen Medien" das politische Umfeld in den Ländern des Nahen Ostens?
Welche Auswirkungen haben die "Neuen Medien" auf Darstellung Methodik und Erfolg der
einzelnen oppositionellen Akteure?
Schwerpunkte und Begrenzungen
Ich habe mir drei Schwerpunkt bei meiner Arbeit gesetzt: Als erstes muss aufgrund der
Aktualität des Themas als Basis für weitere Diskussionen eine fundierte Darstellung der
momentanen Situation bezüglich Verbreitung, Einschränkungen und Nutzung der "Neuen
Medien", allen voran dem Internet, in den einzelnen Ländern des Nahen Ostens erfolgen.
Anschließend stelle ich Beispiele von "Webpräsenzen" von unterschiedlichen
oppositionellen Gruppen dar und analysiere ihre Darstellungen und Angebote. Darauf aufbauend
versuche ich diese Ergebnisse jeweils im Gesamtkontext einzuordnen und ihre Relevanz auch im
Vergleich zu anderen Medien zu untersuchen.
Im Titel dieser Arbeit befinden sich allein drei Begriffspaare, die nicht einheitlich und klar
definiert sind und in ihrem Zusammenspiel erläutert werden müssen. Die Erarbeitung meiner
Arbeitsdefinitionen bestimmt die thematische Begrenzung des Themas.
Methodik
Neben vereinzelten, mein Thema tangierenden Artikeln die in verschiedenen Zeitschriften
erschienen sind, basiert meine Recherche ausschließlich auf wissenschaftlichen Artikeln die im
"World Wide Web" publiziert sind und auf dem Besuch verschiedener
"Webpräsenzen" von Oppositionsgruppen.
Mit diversen "Suchmaschinen" und
in verschiedenen "Directories" und
"Linklisten" habe ich einen Monat
lang mit mehrsprachigen Suchbegriffen das "World Wide Web" nach relevanten Informationen
durchsucht. Eingang in vorliegende Arbeit haben nur Dokumente erhalten, die bestimmten, auch sich
beruflich ausweisenden Autoren oder Herausgebern zuzuordnen sind. Bei von mir übernommenen
Gedankengängen, weiteren Ausführungen und Beispielen, habe ich einen interaktiven
Hyperlink zu der "Webpage" gesetzt.
Bei Zitaten erfolgen neben einem Link nähere Angaben zur zitierten Person und dem Artikel im
Text, da Links bekanntlich kurzlebig sein können. Aus gleichem Grund habe ich die wichtigsten
bearbeiteten "Sites" von
Oppositionsgruppen als "Screenshot"
zur bleibenden Ansicht zwischen den Link auf ihre "URL" eingefügt. Die wichtigsten bearbeiteten
Dokumente und Artikel finden sich am Ende noch einmal alphabetisch geordnet.
Da es bei dem Thema unumgänglich ist sich diverser technischer, zum Teil aus dem Englischen
kommen Begriffe zu bedienen, habe ich zum besseren allgemeinen Verständnis diese mit dem
deutschen Online-Wörterbuch networds.de, dass sich auf "Internet-Vokabular" spezialisiert hat,
verlinkt. Ist ein Begriff unklar, sollte dieser in die Suchmaske kopiert oder eingegeben
werden.
Die Arbeit selber wurde zum größten Teil in verschiedenen Internetcafés in
Marokko erstellt. Ferner habe ich in den letzten beiden Jahren persönliche Erfahrungen in
Internetcafés in diversen Ländern des Nahen Ostens machen können (Ägypten,
Libyen, Tunesien, Jordanien und Syrien) und pflege engen Kontakt zu Betreibern solcher Cafes in
Marokko und Ägypten. Unumgänglich damit verbunden komme ich bei bestimmten
Fragestellungen zu eigenen Einschätzungen, die aber, da sie nicht empirisch begründet
sind keinen maßgeblichen Einfluss auf vorliegende Arbeit haben.
Forschungsstand
Die Ausbreitung des Internets und anderer "Neuer Medien" und damit auch ihre Nutzung
befindet sich im Nahen Osten noch stärker als in anderen Regionen der Welt in einem sehr
dynamischen Anfangsstadium. Damit verbunden haben Artikel die älter als drei Jahre sind schon
historischen Charakter, nicht aktualisierte Linklisten sind nur noch bedingt brauchbar und
einschlägige Monographien über dieses Thema liegen nicht vor. Es lässt sich also
weniger von einem Forschungsstand als von einer "Forschung in Bewegung" sprechen.
Ein weiteres Merkmal ist die vergleichsweise Fülle an Artikeln, die Darstellungen von Islam
und Muslimen im Internet thematisieren. Auch über Meinungsfreiheit und Zensur sowie der
Verbreitung von Internet im Nahen Osten lässt sich vor allem auf Ebene einzelner Länderrelativ viel, wenn auch zum Teil "historisches" Material auffinden. Informationen die
einen Überblick über die unterschiedlichen Oppositionsbewegungen in diesem Raum geben
können sind jedoch rar, weswegen ich mich in meiner Einteilung vor allem auf einen Artikel von
Hanspeter Mattes über die politische Opposition in Nordafrika stütze. Die explizite
Verbindung von "Neuen Medien" und deren Auswirkungen auf die Opposition im Nahen Osten
wurde nach meinem Wissen bis jetzt nur in einem allgemein gehaltenen, drei Jahre alten und sechs
Seiten umfassenden Artikel von Green mit dem Titel "The Information Revolution and Political
Opposition in the Middle East" gemacht, der leider auch nicht online publiziert wurde.
Ein weiterer erschwerender Faktor bei meiner Arbeit war, dass zuverlässige aktuelle Daten
über den Umfang des Internetzugangs und die Art der Internetnutzung, sowie der Nutzung anderer
"Neuer Medien" wie internationales Satellitenfernsehen nicht nur politisch interessant
sondern auch wirtschaftlich relevant sind, und damit nicht kostenlos zur Verfügung stehen.
Exkurs – Verwendung von Internet und "Html" für
Hausarbeiten
Ich bin mir bewusst, dass ich mit dieser Hausarbeit einen gerade in den Geisteswissenschaften
nicht von allen Seiten unkritisch betrachteten Schritt weg vom Dogma, dass wissenschaftliche
Arbeiten in Papierform abgegeben werden müssen und Literaturrecherche in erster Linie in
Bibliotheken stattzufinden hat, unternehme. Natürlich bietet es sich bei diesem speziellen
Thema an mich einer Sprache des "World Wide Webs" zu bedienen, um zu verdeutlichen worauf
ich mich beziehe.
Trotzdem würde ich im folgenden Exkurs gerne einen Plädoyer an alle Studenten
und Dozenten die diese Arbeit lesen sollten für eine Wissenschaft weg vom Papier hin zum
"Desktop Publishing" machen:
Ist es ist nicht unproduktiv, das Ergebnis langer Studien- oder Forschungsarbeit nur einem
Professor und wenigen Studenten eines Fachbereiches oder einer Arbeitsgruppe vorzulegen,
während dessen sich ohne die Möglichkeit des eigenen Wissens andere darum bemühen
eine ähnliche Thematik zu erarbeiten? Gleiches gilt für Artikel in Fachzeitschriften die
nicht online publizieren. Auch an einem zentralen Ort wie Berlin kann die Recherche von
Zeitschriftenartikeln sehr zeitaufwendig und mit langen Wegen zwischen den Bibliotheken verbunden
sein; in kleineren Städten ist sie quasi unmöglich. Damit verbunden ist, auch unter
ökonomischen Aspekten betrachtet, die Wertnutzung von Artikeln die nur in Fachzeitschriften
erscheinen die in einigen wenigen Bibliotheken einsichtig sind äußerst unzufrieden
stellend und zudem ein Hindernis für Fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit.
Mit dem Anspruch eine wissenschaftliche Arbeit ins Netz zu stellen sollte eine Aufmachung
einhergehen, die einer der Sprachen des "World Wide Webs" gerecht wird; vorzugsweise der
Hypertext-Markup-Language (Html). Die wichtigsten beiden Merkmale einer solchen Aufmachung sind,
dass das Dokument nicht nur linear Seite für Seite heruntergelesen werden kann, und dass
Anmerkungen und Fußnoten auf externe "Sites" verweisen, die eigene Arbeit also mit
anderen Dokumenten im "World Wide Web" verlinkt wird. Damit werden der klassische
Anmerkungsapparat und die Fußnoten aufgewertet, da nicht nur auf Literatur verwiesen wird, die
sich fern und oft unzugänglich vom Leser in Bibliotheken befindet, sondern man ihm
ermöglicht per Mausklick einen sofortigen Überblick über die Grundlagen der Passage
zu gewinnen. Für die meisten Leser sind gerade diese Links nach "Außen"
für weiterführende Arbeiten und Interessen besonders wertvoll. Diese neue Form des
Schreibens und Verweisens ist außerdem wissenschaftlicher, da transparenter und leichter
nachzuvollziehen. Auch die Verantwortung über die Verweise und Zitate nimmt zu, da man davon
ausgehen muss dass alle Links (ehemalige Literaturangaben) von bestimmten Lesern, die das eigene
Thema oft nur tangieren, genutzt werden und es zudem als Autor der angegebenen Literatur ein
Leichtes ist, die Artikel die sich auf eigene beziehen zu finden und mit dem Verfasser in Kontakt
zu treten.
Ein Phänomen des Internets sind seine sich ständig ändernde Gestalt und Inhalt.
Als Autor eines "Html-Dokuments" hat man bezüglich seiner Links nur eine Sicherheit;
dass einige Artikel auf die man sich bezieht bald nicht mehr an gleicher Stelle (gebrochener Link),
in gleicher Form (neu überarbeitet) oder gar nicht mehr vorhanden sind. Für die
Bibliographie ist dies ein Albtraum, für die Weiterentwicklung einer Fachdisziplin eine
Herausforderung und Aufforderung zur Produktivität, und für den Wissenschaftler eine
Ermahnung, dass auch der eigene Artikel nur für kurze Zeit relevant und interessant ist und in
dieser Zeitspanne möglichst vielen Interessenten schnell und leicht zugänglich gemacht
werden sollte. Das aktive Fortbestehen interessanter Artikel wird unter anderem dadurch reguliert,
dass andere Dokumente im "World Wide Web" mit einem Link auf sie verweisen, was wiederum
für "Suchmaschinen" wie Google als Indikator für deren Relevanz bei bestimmten Suchabfragen
bewertet wird und deren Platzierung bestimmt. Außerdem gibt es die Möglichkeit der
Zusammenarbeit zwischen Instituten, die bestimmte Dokumente "spiegeln" (also auf mehreren "Web Servern" bereitstellen), oder der Veröffentlichung eines Artikels
auf "Web Servern" von Online-Zeitschriften. Somit ist es in erster Linie vom Urteil der
Internetnutzer ("User") und
Institutionen die als "Content
Provider" dienen abhängig, ob ein Artikel auch unter geänderter "URL"
mit bestimmten Suchbegriffen aufgefunden werden kann oder nicht.
Ein immer wieder angeführtes Problem bei der wissenschaftlichen Recherche im "World
Wide Web" ist die Frage der Autorität und Verlässlichkeit von aufgefundenen
Artikeln. Im Netz kann sich jeder ohne die Hürde eines Verlegers zu allem äußern,
oft sogar ohne sich dabei mit Namen auszuweisen. Bei Fachzeitschriften mit einem über die
Jahre erworbenen Ruf kann man eher davon ausgehen, dass nur seriöse und qualitative
Beiträge publiziert werden. Doch zeichnet wissenschaftliches Arbeiten nicht letztendlich die
Fähigkeit eines kritischen Umgangs mit Quellen aller Art aus und wird diese Fähigkeit
somit nicht durch das Internet stärker trainiert als durch Papiergläubigkeit? Unter
diesem Gesichtspunkt ist der sich entwickelnde kritischere Umgang mit Artikeln aus dem Internet,
die damit verbundene Recherche über den Autor und der genaue Blick auf die zitierten und
verlinkten Quellen als positive Entwicklung zu betrachten. Ein kritisches selbständiges Urteil
wird einem in keinem Fall genommen und sollte letztendlich unabhängig vom Medium sein.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um sich ein näheres Bild vom Verfasser eines
Online-Artikels machen zu können. Bei wissenschaftlichen Arbeiten sollten mindestens aus den
Metainformationen im "Header" des
Quelltextes der Name des Verfassers oder Herausgebers hervorgehen. Weitere unabhängige
Auskünfte, bis hin zur postalen Anschrift des Verantwortlichen der Domain können
über eine "Whois-Abfrage" bei
der jeweiligen nationalen Domain-Verwaltungs- und Betriebsbehörde oder Gesellschaft (DENIC für Deutschland) kostenlos und umgehend eingesehen werden. Abgesehen
davon gehört es mittlerweile zum Standard, einen "Mailto-Link" in "Html-Dokumente" einzubauen, über welchen
man die Möglichkeit hat, mit dem Autor über E-Mail in Kontakt zu treten. Alternativ dazu
lohnt sich auch, den Namen des Autoren und Zusatzinformationen als Suchbegriff einzugeben;
häufig gelangt man so zu weiteren Artikel und Büchern des Autors, aber auch zu kritischen
Kommentaren, Links die auf das fragliche Dokument verweisen oder gar eine ausführliche
berufliche Selbstdarstellung.
Trotz dieser Vorteile von elektronisch verfassten und ins "World Wide Web" gestellten
Dokumenten für das wissenschaftliche Arbeiten verfügt unser Institut immer noch nicht
über verbindliche Regelungen oder Vereinbarungen wie Hausarbeiten oder Magisterarbeiten als
Html-Dokument aufgebaut und wie ihr Umfang bemessen werden soll, ja noch nicht einmal über die
Art wie man aus dem "World Wide Web" zitiert.
Ich möchte das Plädoyer mit einem Zitat abschließen, dass mir bei meiner Recherche aufgefallen ist: "Das
Organisationsprinzip des Wissens schlechthin haben die elektronischen Medien übernommen. Warum
sollte sich die Relevanz einer Information bis ans Ende ihrer Tage aus der Form ihres materiellen
Speichers ergeben?" von Frank Hartmann aus: Cyberculture. Politik und
Kultur in der Informationsgesellschaft
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