Internet im Nahen Osten im Kontext anderer "Neuer Medien" und dem Nutzen für Oppositionsarbeit

Merkmale des Internets

Verbreitung des Internets im Nahen Osten

Internet als Herausforderung für die Regierungen

Internet als Chance für die Oppositionsbewegungen

Zensurversuche des Internets seitens der Regierungen

Möglichkeiten, eine solche Zensur zu umgehen

 

Internet im Nahen Osten im Kontext anderer "Neuer Medien" und dem Nutzen für Oppositionsarbeit

Das Internet gilt weltweit schlechthin als das Symbol für "Neue Medien" und die "Informationsrevolution". Bei diesem Kunstwort handelt es sich laut dem deutschen, sich auf Online-Vokabular spezialisierten Wörterbuch networds.de um einen "weltweiten Verbund von Computernetzwerken, an das tausende von Rechnern angeschlossen sind, die über das Internet-Protokoll (IP) miteinander kommunizieren".

Das Internet ist ein Metamedium, welches eine Vielzahl von Medien, Anwendungen und Arten der Kommunikation zulässt und miteinander vereint. Aus der meine Arbeit bestimmenden politischen Perspektive sind vor allem die Kommunikations-, Informations-, sowie staatlichen Zensurmöglichkeiten, die dieses Medium bietet, näher zu untersuchen.

 

Merkmale des Internets

Als Kommunikationsmedium ermöglicht das Internet eine Vielfalt und Flexibilität wie kein anderes Medium. Es können einerseits unabhängig von politischen Grenzen private Konversationen zwischen zwei Personen in quasi Echtzeit schriftlich als "Internet Relay Chat" ("IRC"), mündlich in Form preiswerter Internettelephonie mit einem "Headset", oder multimedial in Form von "Online-Videokonferenzen" mit einer "Webcam" geführt werden. Unabhängig davon, ob die adressierte Person online ist, kann man sich auch in Form einer E-Mail an sie wenden; eine Möglichkeit, die das Senden jeder Form von Daten beinhaltet.

Über die gleichen Dienstarten des Internets ist auch ein Gruppendialog möglich. Dabei kann von den Teilnehmern in Form von Ausschlussfunktionen beim "Chatten" oder dem Öffnen simultaner "Chat Rooms" dynamisch entschieden werden, was öffentlich geäußert und welche Kommentare privat an bestimmte Personen gerichtet werden sollen. Als eigenständiges rein öffentliches Kommunikationsnetzwerk ist das "Usenet" zu erwähnen, in dem in thematisch definierten Diskussionsforen ("Usegroups ") diskutiert werden kann. Auch einseitig gerichtete Mitteilungen sind in Form abonnierbarer "Mailing-Listen" möglich.

Zunehmend wird auch mobile Telekommunikation durch Entwicklungen wie "GSM" und "UMTS", oder Dienstarten wie Web-basierter "SMS" (zukünftig "MMS") und das "WAP " in das Internet eingebunden. Mobiltelefonie als zweites angesprochenes "Neues Medium" im Nahen Osten kann im Rahmen von Oppositionsarbeit durchaus auch aus dem Internet genutzt werden.

So vielfältig wie die Kommunikationsmöglichkeiten, so breit ist auch das wahrnehmbare Informationsangebot. Es können nicht nur fast alle Zeitungen der Welt unzensiert und zum Teil schon vor ihrem Erscheinungsdatum als Printausgabe gelesen werden, sondern auch Dienstleistungen und Darstellungen von Regierungen und allen Arten von Oppositionsgruppen existieren im Internet mehr oder weniger gleichberechtigt nebeneinander. Durch die dezentrale Natur des Netzes und der für jeden "User" gegebenen Möglichkeit, selber Material bereitzustellen, entfällt die Möglichkeit, ein Informationsmonopol aufzubauen. In diesem Kontext ist auch folgende Aussage von Jon Anderson aus seinem Artikel "Globalizing Politics and Religion in the Muslim World" zu verstehen: "The most striking feature of the Internet in this regard is spontaneous unofficial representation. What this activity marks is an increasingly public unmoderated … representation that additional participants can join on their own authority and interest plus ability to use the technology. ... By comparison to the asymmetrical arrangements of broadcasting on the Internet barriers to access are only slightly higher for senders than for receivers and those are coming down all over."

Mit der Weiterentwicklung und Verbreitung der neuen "Streaming-Technik" werden zunehmend auch Fernsehsender und Radiostationen in das Internet integriert und dabei häufig durch Kommunikationsangebote wie Umfragen oder Diskussionsforen ergänzt. Somit kann auch das dritte angesprochene "Neue Medium", Satellitenfernsehen, zumindest theoretisch über das Internet genutzt werden. Als Novum kann sogar jeder "User" ohne die teure, für den Aufbau eines internationalen Radio- oder Satellitensenders benötigte Technik und unabhängig von politischen Rahmenbedingungen einen eigenen Web-basierten Sender aufbauen.

 

Verbreitung des Internets im Nahen Osten

Internet hat im Nahen Osten später Einzug gehalten als in allen anderen Teilen der Welt, einschließlich Afrika. In Staaten wie Saudi-Arabien, Syrien, Libyen und Irak hat die Normalbevölkerung erst im letzten Jahr die Möglichkeit bekommen, zumindest theoretisch einen teilweise stark regulierten Zugang zu nutzen. Jon Anderson beschreibt in seinem vor fünf Jahren und damit zur Geburtsstunde des Internets im Nahen Osten publizierten Aufsatz "Globalizing Politics and Religion in the Muslim World", dass die Initiative, das Internet zu propagieren, im Gegensatz zum Rest der Welt nicht von den staatlichen und damit regierungsnahen Bildungseinrichtungen ausging, sondern von der Wirtschaft, die den Wunsch hatte oder die Notwendigkeit sah, am E-Commerce teilzuhaben; "Unlike the case in North America and western Europe it is not universities that have led the way on-line in the Middle East perhaps out of anxiety over just such a development but "public-private partnerships" between official and commercial sectors." (Anderson:1997).

Die Verbreitung des Internets im Nahen Osten kann entweder in der Zahl von Verbindungen zu "Internet Service Providern" ("ISP") als "Number of Subscribers" oder der Anzahl von Personen, die Angebote des Internets über teilweise öffentlichen Zugang nutzen, als "Total Number of Users" angegeben werden. Eine fundierte Kenntniss über die Verbreitung des Internets ist Grundvorrausetzung, um die Bedeutung dieses Mediums für Politik und Opposition erfassen zu können.

Erst Mitte des Jahres 2000 wurden nach verschiedenen Quellen, von denen der Artikel von Fawaz Jarrah, Online-Herausgeber der "Dabbagh Information Technology Group" (DIT), einen guten Einblick gibt, in der arabischen Welt 2 Millionen relativ aktive "User" gezählt.

Zum Zeitpunkt meiner Arbeit nutzen nach aktuellsten Daten vom 21.03.2002, die von CyberAtlas aus diversen in den einzelnen Ländern erhobenen Umfragen zusammengetragen wurden, im Nahen Osten (ohne Berücksichtigung von Israel) etwa 2,5 Millionen Personen das Internet; davon fast 1 Million als Spitzenreiter in den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE), gefolgt von Ägypten mit einer knappen halben Million. Im gleichen Zeitraum weist alleine die Bundesrepublik Deutschland mit 26 Millionen zehn Mal so viele aktive "User" auf! Auch wenn Schätzungen anderer Einrichtungen wie Nua Internet Surverys der irischen "Scope Communications Group" mit 2,7 Millionen "Usern" im Nahen Osten (ohne Israel mit knapp 2 Millionen "Usern"!) schon für den August 2001 etwas optimistischere absolute Zahlen bereitstellen, fällt der Nahe Osten als Region im weltweiten Vergleich noch hinter Afrika zurück und ist somit einsames Schlusslicht dieser Entwicklung. So befinden sich in der arabische Welt nach eigenen Berechnungen im Jahr 2002 nur knapp 0,5% der weltweiten Online-Nutzer. Dies, ungeachtet ihres höheren wirtschaftlichen Potenzials, ist nur ein Fünftel ihres tatsächlichen Anteils an der Weltbevölkerung.

Während diese zusammengetragenen Makrodaten trotz eventueller Ungenauigkeiten ein kritisches Licht auf die quantitative Bedeutung des Internets im Nahen Ostens werfen, sollte man darüber hinaus nicht versäumen, die Situation in den einzelnen Ländern genauer zu betrachten. Hierfür habe ich aus den aktuellen, von CyberAtlas zusammengetragenen Daten einige Berechnungen auf Länderebene angestellt, die in den folgenden beiden Graphiken dargestellt sind:

Distribution of Internet Users according to their Nationality of Countries in the Middle East, 2002

 

Percentage of Internet Users in Comparison to Total Populations of their Countries in the Middle East,  2002

 

Aus den Graphiken geht hervor, dass neben Israel (33%) vor allem vier weitere Länder allein knapp 90% der "User" im Nahen Osten stellen; die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) (25%), Ägypten (12%), Libanon (11%) und das erst seit Kurzem und nur stark eingeschränkt öffentlichen Internetzugang gewährende Saudi-Arabien (8%).

Wichtiger für die Bewertung des politischen Potentials ist im Gegensatz zu den absoluten Zahlen der prozentuale Anteil der Internetnutzer an der jeweiligen Bevölkerung. Auch hier sind die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) mit 38,3% ihrer knapp 2,5 Millionen Einwohner Spitzenreiter. Es folgen der Libanon mit noch stolzen 11,7%, doch danach wird es, abgesehen von den kleineren Golfstaaten, dünn. Als kritische, farblich abgehobene Grenze habe ich 1% der Gesamtbevölkerung mit Internetzugang gewählt. Mit Blick auf das folgende Kapitel, das sich mit der tatsächlichen Freiheit der Internetnutzung auf Ebene der einzelnen Staaten befasst, stellt es sich heraus, dass diejenigen bevölkerungsreichen Länder, die noch knapp über der 1%-Marke liegen, gleichzeitig die strengsten Zensurmaßnahmen ausüben; allen voran Saudi-Arabien, Tunesien und Oman. Unter dem Eindruck dieser quantitativen Untersuchung fällt auf eine liberale Politik gegenüber dem Internet, die in einem krassen Gegensatz zur sonstigen Pressefreiheit eines Landes steht, wie sie in Ägypten, Jordanien und Marokko praktiziert wird, ein kritisches neues Licht. In den restlichen Staaten, die sich nach wie vor mit einer Öffnung zum Internet schwer tun, wie Libyen, Syrien und der Sudan, ist die Erreichbarkeit der Gesellschaft fast zu vernachlässigen.

Neben Statistiken, die sich mit der absoluten Anzahl von "Usern" beschäftigen, sind weitere Daten über deren durchschnittliche Verweildauer und Häufigkeit der Internetnutzung, sowie empirische Untersuchungen über Art der wahrgenommenen Angebote und aufgerufenen Sites, aber auch der Zusammensetzung der "User" bezüglich Geschlecht, Bevölkerungsschicht und Bildung erforderlich, um ein differenziertes Bild von dem meinungsbildenden und damit politisch relevanten Potential des Internets gewinnen zu können. Die mangelhafte Datengrundlage für Untersuchungen über die Auswirkungen von "Neuen Medien" im Nahen Osten wird von Jon Alterman in dem im Sommer 2000 erschienen Artikel "Counting Nodes and counting noses: Understanding New Media in the Middle East" ausführlich besprochen und mit der Beurteilung " ... we need better data on usage patterns than is currently available ..." (Alterman:2000) auf den Punkt gebracht.

Ich habe nur eine aufbereitete Umfrage der "Dabbagh Information Technology Group" (DIT ) aus dem Jahre 1998 auffinden können, die eine qualitative Differenzierung der "User" im Nahen Osten beschreibt. Aus ihr geht hervor, dass ganze 96% der "User" männlich sind und 79% mindestens einen einfachen Universitätsabschluss aufweisen. Die restlichen 21% der "User" weisen allerdings auch eine abgeschlossene Schulausbildung (secondary school) auf. So kann man aus diesen Daten schließen, dass das Internet in erster Linie von einer männlichen Bildungselite in der arabischen Welt genutzt wird.

Während fast dreiviertel der "User" angeben, das Internet als Kommunikationsmedium zu nutzen, wird nur noch von 64% das Sammeln von Informationen angeführt. In wie fern solche Informationen von politischer Natur sind, geht nicht aus der Umfrage hervor, jedoch im weiteren Verlauf wird angegeben, dass die "Sites" die am häufigsten aufgerufen werden, fast alle etwas mit Computertechnik zu tun haben. Interessant im Kontext dieser Arbeit ist auch, dass sich nur 5% der "User" davon gestört fühlen, nicht auf bestimmte zensierte "Sites" zugreifen zu können, und nur etwa die Hälfte das Internet auch außerhalb des Arbeitsplatzes nutzen. Damit wird meiner Meinung nach die potentielle politische Komponente des Internets für die Gesellschaften im Nahen Osten weiter eingeschränkt.

 

Internet als Herausforderung für die Regierungen

Den Regierungen im Nahen Osten ist es über die Jahrzehnte gelungen, ein weitgehendes Informationsmonopol aufzubauen und zu halten. Durch dieses auf Zensur basierende Monopol können sie nicht nur verhindern, dass bestimmte Informationen und Stimmen an die Öffentlichkeit gelangen, sie vermögen auch Nachrichten so zu bestimmen und zu gestalten, dass diese zu einem gewissen Umfang die Emotionen der Öffentlichkeit lenken.

Mit dem Internet erhalten die Bürger nun potenziell die Möglichkeit, selber eine Informationsauswahl zu bestimmen und Informationsquellen zu wählen. Selbst den traditionellen und damit zensierten Medien bietet das Internet die Möglichkeit, dem staatlichen Maulkorb zu entgehen. Im persönlichen Gespräch wies mich Issandr ElAmrani, "Managing Editor" der Cairo Times , darauf hin, dass im September letzten Jahres mehrere gedruckte Auflagen der in Zypern registrierten und in der Free Zone gedruckten englischsprachigen Wochenzeitung ohne Erklärung nicht durch den Zoll gelassen wurden. Zur gleichen Zeit waren die Ausgaben aber für jeden online aufrufbar. Ferner werden alle Artikel, die vor dem Druck in Absprache mit der zuständigen Behörde zensiert und aus der Printausgabe herausgenommen oder modifiziert werden als "the forbidden file" unzensiert ins Netz gestellt. Auch aus Jordanien gibt es ein Beispiel, das Aufsehen erregt hatte. Am 19.05.1998 wurde die Einfuhr der in London publizierten arabischen Zeitung Al-Quds al-Arabi auf unbestimmte Zeit verboten. Vier Tage später schaltete diese als Antwort darauf in diversen jordanischen Tageszeitungen eine Werbekampagne, in der die Leser darauf aufmerksam gemacht wurden, dass die tägliche Ausgabe für sie nach wie vor im Internet unter www.alquds.co.uk nachzulesen sei. Dieser Schritt führte nach Worten des Herausgebers Abdel-Barri Atwan dazu, dass die Printausgabe wieder eingeführt werden durfte.

Potentiell eine noch größere Herausforderung für die Regierungen dieser Region stellt die jeder Gruppierung und Privatperson zur Verfügung stehende Möglichkeit einer umgehenden Verbreitung und Veröffentlichen von Nachrichten in Schrift, Bild, oder sogar in Form  Web-basierter Radio- und Fernsehsendungen dar. In Verbindung mit einer zunehmenden Vernetzung der Kommunikation zwischen den Bürgern bietet sich den Regimekritikern eine ideale Kommunikationsplattform, um ihre Sicht der Dinge darzustellen und Anhänger zu mobilisieren.

 

Internet als Chance für die Oppositionsbewegungen

Das Metamedium Internet ermöglicht potentiell jeder Art von Oppositionsbewegung relativ unabhängig von Mitgliederstärke und finanziellen Mitteln, sich an die eigene Bevölkerung, aber auch an das internationale Ausland zu wenden. Neben einer Selbstdarstellung können auch als relevant empfundene Nachrichten unzensiert publiziert oder verlinkt werden.

Neben dieser, vor allem an die Öffentlichkeit gerichteten Senderfunktion, kann Interessierten und Mitgliedern aber auch ein unzensierter und falls gewünscht nicht von Außen einsehbarer Kommunikationskanal angeboten werden. Dieser kann neben Diskussionsforen in Form von "Chat Rooms", "Discussion Boards", "Mailing Listen" und "Usegroups" auch dafür genutzt werden, alle Arten von digitalen Dokumenten von einfachen Schriftstücken bis hin zu Videos zu verschicken. Damit bietet das Internet nicht nur ein unzensierbares, da über ausländische Webserver operierendes Publikationsmedium, sondern kann auch als virtuelles Büro und Versammlungsraum weltweit verstreuter Mitglieder genutzt werden. Diese können über das Internet auch jederzeit über aktuelle Ereignisse informiert und durch die Verbreitung von Mobiltelephonie und deren zunehmende Einbindung ins Internet auch mobilisiert werden.

 

Zensurversuche seitens der Regierungen

Während Zensur der traditionellen Medien in den Ländern des Nahen Ostens nach wie vor, in Ägypten oder Jordanien sogar in den letzten Jahren verschärft, ausgeübt wird, sehen sich mittlerweile alle Regierungen in der Region aus wirtschaftlichen Gründen und auf Druck ihrer Elite gezwungen, ihren Bürgern Zugang zu einem Medium zu gewähren, das sich nicht mit herkömmlichen Methoden kontrollieren lässt. Die wenigsten Regierungen sind allerdings bereit, kampflos ihr Informationsmonopol aufzugeben. Von Staat zu Staat werden unterschiedliche Methoden erprobt, um den Zugriff ihrer Bürger auf bestimmte, darunter immer auch politische Inhalte zu verhindern und ihre Aktivitäten zu überwachen. Eine genaue Betrachtung dieser staatlichen Eingriffe und eine Berücksichtigung ihrer Erfolgschancen sind die Basis für weiterführende Beurteilungen.

Es gibt in der aktuellen Forschung verschiedene Ansätze, diese Methoden zu kategorisieren. Ich werde mich im Folgenden an einer 1999 von Henner Kirchner herausgebrachten Studie mit dem Titel "Internet Censorship in the Middle East" orientieren. Die zu den Punkten aufgeführten Länder stammen aus der sehr umfangreichen, im gleichen Jahr von Human Rights Watch durchgeführten Studie "The Internet in the Middle East and North Africa. Free Expression and Censorship" und aus eigenen Erfahrungen in der Region aus den Jahren 1999 bis 2002.

Gesetze: Durch die Anwendung bereits existierender Pressegesetze auf das Internet (Tunesien) und den Erlass internetspezifischer Gesetze, die das Publizieren oder gar Aufrufen bestimmter "Sites" oder die Inanspruchnahme bestimmter Serviceleistungen wie "IRC" im Internet illegalisieren, wird versucht, die Bürger zur Selbstzensur ihrer Online-Aktivitäten zu erziehen (Tunesien, Saudi-Arabien - link zu den saudischen Internetgesetzen, Qatar).

In einigen Staaten müssen sowohl "User" als auch "Internet Service Provider" obligatorische Verträge unterzeichnen, mit denen eine registrierte und inhaltlich beschränkte Nutzung, die von oder für die Behörden aufgezeichnet werden kann, gewährleistet werden soll. In Tunesien ist jeder Manager eines "ISP" persönlich haftbar für die Dienste und "Sites" die über seinen "Server" abgerufen werden, und somit zur Zensur und Kooperation verpflichtet. Jeder "User" muss sich schriftlich bei der Regierung registrieren lassen und wird nicht nur für aufgerufene "Sites" haftbar gemacht, sondern auch dafür, keine unangemeldeten Personen über den eigenen Rechner surfen zu lassen. Neben legalen und extralegalen Methoden hat ein Staat generell auch noch die Möglichkeit Autoren oder Herausgebern unerwünschter "Sites" auf Basis anderer Anschuldigungen zu verklagen (aktuelles Beispiel aus Ägypten)

Überwachung: Mit den legalen Methoden geht eine Überwachung sowohl des Internetverkehrs als auch der einzelnen "User" einher. Gesetze, die ein Verbot der Verschlüsselung von Nachrichten zum Inhalt haben, sind aus dieser Perspektive zu verstehen (Israel, Saudi-Arabien, Tunesien). Solange der Staat Einsicht in die Protokolle der "ISP" hat, können die abgerufenen "URLs", technisch bedingt verknüpft über einmalige Internetprotokollnummern ("IP Adresse ") der miteinander kommunizierenden Rechner, aufgezeichnet und, sobald Passwörter eingegeben werden, auch der Person, die den Rechner nutzt, zugeordnet werden. Auf gleiche Weise können E-Mails abgefangen, umgeleitet, blockiert und sogar umgeschrieben oder neu verfasst werden. Unabhängig von der Kontrolle über "ISP" kann auf gleiche Weise auch der Datenverkehr privater Telefonleitungen abgehört werden. In öffentlichen Internetcafés bietet sich eine direkte "Spiegelung" der aufgerufenen "URLs" auf einen Rechner, der zwar an das gleiche "Intranet" angebunden, sich aber nicht im gleichen Raum befinden muss, an. Außerdem können die Bildschirme selber überwachbar ausgerichtet werden (Syrien, Tunesien).

Technik: Unter diese Kategorie fallen alle durch bestimmte Software und Netzwerkstrukturen erzwungene Blockaden auf den Zugriff bestimmter "Sites" und Serviceleistungen. Technische Vorraussetzung hierfür ist die Kontrolle derjenigen "ISP", die als internationales "Gateway" fungieren, also die nationale Anbindung an das Internet stellen. Diese zentralen "Server" werden von allen anderen, auch privaten "Internet Service Providern" eines Landes, bei Anfragen nach Daten und "Sites", die nicht auf den eigenen "Proxyservern" zwischengespeichert sind, angesprochen. Mit Hilfe von installierten Filtern können diese "Server" den einwärtigen Datenstrom untersuchen und entweder an die landesinternen "ISP" weiterleiten oder ihn blockieren. Bei diesen Filtern handelt es sich um Software, die den Quellcode angeforderter "Sites" auf verbotene Schlagwörter, Wortkombinationen in einer bestimmten Nachbarschaftskonstellation, Mustererkennung in Bildern, angebotenen Diensten und Weiteres hin untersucht. Zusätzlich können die "URLs" mit so genannten "black lists" (ausdrücklich erwähnte "Sites" können nicht aufgerufen werden) und "white lists" (nur ausdrücklich offiziell freigeschaltete "Sites" können aufgerufen werden – Saudi-Arabien nähere Informationen zu dem saudischen Proxy-Server) verglichen werden. In dem Fall einer Blockade angeforderter "Sites" kann eine Warnmeldung auf dem Bildschirm des Nutzers erscheinen, dass der Versuch diese aufzurufen aufgezeichnet wurde (Saudi Arabien). Außerdem kann die Internetverbindung getrennt werden.

Diesen drei Kategorien ist noch eine weitere hinzuzufügen, in der sich verschiedene indirekte Faktoren und Methoden, freien Internetzugang einzuschränken, zusammenfassen lassen.

Weitere Methoden: Lizenzen, die eine Nutzung des Internets ermöglichen, können auf einen bestimmten Personenkreis und unter Kontrolle stehende Institutionen beschränkt werden. In Verbindung damit steht das Verbot, privat Modems einzuführen (Irak, Libyen, Syrien).

Hohe Einfuhrzölle und Steuern auf für Internetnutzung notwendig Hardware sind zusammen mit der Preispolitik der Verbindungsgebühren Instrumente, um den Internetzugang und die Art der Internetnutzung differenziert steuern zu können. In den meisten Ländern des Nahen Ostens gibt es noch keine national einheitlichen Einwahltarife zu "Internet Service Providern", so dass kleinere Ortschaften ohne eigenen "Web Server" sich nur über ein teures Ferngespräch in den "ISP" der nächsten größeren Stadt einwählen können – eine Möglichkeit, für bestimmte Bevölkerungsgruppen und Regionen den Internetzugang unerschwinglich zu gestalten (Ägypten, Syrien, Saudi-Arabien). Auch hohe einmalige Bereitstellungsgebühren, Verzögerung der Bearbeitung von Anträgen auf Festnetzanschluss, sowie komplizierte und unzuverlässige Abrechnungsmodalitäten sind Möglichkeiten, den Anschluss privater Haushalte an das Netz zu verzögern (Ägypten).

Für eine breite Anbindung der Bevölkerung an das Internet sind allerdings neben preiswertem und unbürokratischem Zugang zu erforderlicher Technik und Dienstleistungen auch eine staatliche Förderung, beziehungsweise Privatisierung der Telekommunikationsinfrastruktur erforderlich. Die international und lokal verfügbare "Bandbreite" ist ein entscheidender Faktor dafür, wie viele Personen realistisch das Netz zur gleichen Zeit nutzen können und wie viel sie, bei in den Ländern des Nahen Ostens üblicher zeitabhängiger Berechnung, für die Nutzung eines bestimmten Angebots zahlen. Gerade in Hinblick auf multimediale "Streaming-Angebote" können bei zu geringer Bandbreite einige Dienste überhaupt nicht in Anspruch genommen werden (Jemen).

Wie aus angeführter qualitativer Umfrage hervorgeht, ist der Bildungsstand ein wichtiges Kriterium, welches den Umfang potentieller Nutzung des Internets zu beschränken vermag. Die staatliche Bildungspolitik bestimmt das zukünftige Nutzungspotenzial in dem sie entscheidet, ob und in welchem Umfang an Schulen Grundkenntnisse in Englisch und der Bedienung von Computern vermittelt werden.

 

Möglichkeiten eine solche Zensur zu umgehen

Trotz dieser, teilweise mit großem personellen und monetären Aufwand betriebenen Zensurversuche seitens der Regierungen, wäre das Internet wohl nicht das Medium wie wir es kennen, wenn es nicht auch eine ständig wachsende Zahl an Möglichkeiten für den "User" gebe, diese zu umgehen. Im Folgenden versuche ich, diese Möglichkeiten zu kategorisieren.

Umgehung staatlicher Kontrolle: Der Staat hat nur Kontrolle über diejenigen "User", die nationale "ISP-Dienste" und die nationale Telekommunikationsinfrastruktur nutzten. Über eine normale Fernsprechverbindung kann der Dienst ausländischer Server, die keiner Kontrolle unterliegen, in Anspruch genommen werden. Abhörgeschützt sind solche Verbindungen allerdings nur, wenn sie kabellos über direkte Satellitenkommunikation zustande kommen. Neben dem Kostenfaktor tritt hierbei das Problem auf, dass der Besitz hierfür benötigter "direct-to-satellite dishes" in einigen Ländern des Nahen Ostens illegal ist. *

Software und Technik: In Form von für den Privatgebrauch kostenlos aus dem Internet über diverse "Sites" zu beziehender Software und spezialisierten "Servern" bieten sich dem überwachten oder durch Filter eingeschränkten "User" eine Vielfalt an Möglichkeiten, seine Anonymität zu wahren und Filter zu umgehen. Für das Thema relevant sind folgende Methoden, die unüberwachten und anonymen E-Mail-Verkehr, das unzensierte Aufrufen aller "URLs" und das anonyme unüberwachte und unzensierte Publizieren eigener "Webpräsenzen" ermöglichen sollen.

"Encryption Software" wie PGP ermöglichen eine Verschlüsselung von E-Mail-Inhalten, die gewährleistet, dass nur die beiden Briefpartner, die über einen persönlichen Schlüssel verfügen, diese entziffern können. Neben dem Problem, dass wie erwähnt in einigen Ländern des Nahen Ostens das Verschlüsseln von Nachrichten illegal ist, besteht die Gefahr einer Nötigung der "User", die persönlichen Schlüssel preiszugeben, mit welchen sich alle Nachrichten zurückverfolgen und neue "signierte" verfassen ließen.

Modernere kryptographische Verfahren bedienen sich deshalb der Steganographie: Hierbei werden verschlüsselte Nachrichten innerhalb anderer Objekte, wie den Standardgraphikformaten JPEG oder GIF, oder im letzten, nicht wahrnehmbaren Bit-Block digitaler Musikformate wie WAVE versteckt. Damit soll gewährleistet werden, dass die Nutzung einer Verschlüsselungstechnik an sich unerkannt bleibt. Interessant hierbei die Option der Software Spammimic manipulierte Graphiken zusätzlich als Werbung zu tarnen.

Eine andere Strategie, unüberwacht E-Mails zu versenden, ist die Inanspruchnahme eines "Remailers". Hierbei handelt es sich um "Server", die nicht nur den Inhalt von E-Mails auf dem Weg durch das Internet verschlüsseln, sondern auch die Informationen des Absenders chiffrieren und von der eigentlichen Mail trennen. Es gibt verschiedene Web-basierte "Remailer", deren URL allerdings auf den "schwarzen Listen" stehen könnten. Für den Nahen Osten bieten sich also eher "Remailer-Programme" wie Private Idaho an, die vom Windows-Betriebssystem aus operiert werden.

Im Falle eingeschränkter Internetnutzung durch den Einsatz staatlich vorgegebener Filter gibt es auch wieder eine software- und eine servergestützte Variante, diese zu umgehen.

Bei der Software handelt es sich in erster Linie um Programme, die wie Safeweb einfach den ganzen Netzverkehr verschlüsseln und deren Weiterleitung durch firmeninterne "Server" garantieren. Neueste Entwicklungen im Aufbau solcher "sicheren Netze im Netz" wie der von der US-Hackergruppe "Cult of the Dead Cow" (cDc) entwickelte "Browser" Peekabooty ermöglichen sogar eine automatisch verschlüsselte Kommunikation ihrer Mitglieder. Auch hier kann wiederum die Verschlüsselung an sich im Nahen Osten als Problem beurteilt werden.

Bei der servergestützten Variante wird der oft kostenlos angebotene Dienst eines "Anonymizers" in Anspruch genommen. Hierbei handelt es sich um "Anti-Censorhip-Proxies", die jeweils als Empfänger und Sender auftreten.* Sie ersetzen bei der weitergeleiteten Anfrage nach "Sites" das eigentliche "User-Profil" durch anonyme Daten. In unserem Fall entscheidender ist jedoch, dass die "URL-Eingabe" gesperrter "Sites" durch den "User" auf der im "Browser" dargestellten Oberfläche der "Site" selber, und damit über dessen "URL" erfolgt. Auch rückwärtig, bei der Weiterleitung der "Site" an den "User", werden Titel und "URL" der aufgerufenen, eigentlich blockierten "Site" durch den des eigenen Dienstes ersetzt. Manche Anbieter schreiben vorher sogar noch weiterführende Links der angeforderten "Site" um, da diese im Falle einer Aktivierung sonst verräterisch die Original "URL" anfordern würden. Auch können in einem zweiten Schritt problematische "Java applets", die eine direkte Verbindung zu anderen Servern aufbauen würden, deaktiviert werden. Allerdings gewinnen sogenannte "helper applications", die wie bei "RealAudio" eine direkte, nicht anonymisierbare Verbindung zu einem "FTP-Server" aufbauen, durch die zunehmende Bereitstellung multimedialer Inhalte immer stärker an Bedeutung. Neben solchen Beschränkungen ist die Internetnutzung durch "Anonymizer" zeit- und auf Serverseite rechenaufwendig. Ein weiteres Problem besteht in der einfachen Möglichkeit für die Regierungen, die "URLs" solcher "Anti-Censorship-Proxies" über Listen zu blockieren.

Für die anonyme Publikation eigener Dokumente gibt es analog zu den "Remailern" Software, die ein "rewebben" ermöglicht. Neben dem Nachrichteninhalt wird die Zieladresse auf dem Weg durch das Netz verschachtelt kodiert. Auch hier ergibt sich wieder ein Problem aus der Verschlüsselung selber.

Kontakte und Beziehungen: Bei einer Kooperation mit Personen aus dem Ausland ergeben sich weitere Möglichkeiten, staatliche Filter zu umgehen. Mit relativ geringem technischem Aufwand lassen sich gesperrte "Sites" auf weitere "Server" kopieren ("mirroring") und so umbenennen, dass sie nicht von bestehenden "Listen" erfasst werden. Ferner können Personen im Ausland auch bestimmte blockierte "Sites" auf Anfrage direkt als Anhang per E-Mail verschicken. Über gleichen Weg kann auch die Veröffentlichung eigener Dokumente in Auftrag gegeben werden.

 

Eine kritische Betrachtung dieser Methoden zeigt meiner Meinung nach, dass solange ein Staat die zentralen nationalen "ISP" sowie vereinzelte Telefonleitungen überwacht und die Verwendung von Verschlüsselungstechniken illegalisiert beziehungsweise über Methoden verfügt, die Weitergabe persönlicher Schlüssel zu erzwingen, die immer wieder proklamierte Unzensierbarkeit und Anonymität des Internets wenigstens theoretisch schnell an ihre Grenzen stößt. Selbst beschränkte und gezielte Aktionen, wie das Heraufladen eigener Dokumente auf internationale öffentliche "Server", kann für oppositionelle Aktivisten unter gegebenen politischen Umständen ein gefährliches Unterfangen sein. Länder im Nahen Osten mit einem staatlich kontrollierten, als "Gateway" fungierenden "Server" sind momentan Bahrain, Libyen, Oman, Qatar, Saudi-Arabien, Sudan, Syrien, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate (UAE) und Jemen. Staatliche Überwachung, gekoppelt mit legalen und extralegalen Maßnahmen, sind für oppositionelle Aktivitäten im Internet, solange diese im gleichen Land erfolgen, nicht zu unterschätzen.

Für "normale", sich informierende Nutzer ist es mit etwas Know-how möglich, staatliche Filter zu umgehen. Doch auch von ihnen wird Einsatz abverlangt. Die zeitintensive und damit auch kostenspieligere Verwendung von "Anonymizern" schließt zudem technisch bedingt einige multimediale Nutzungen und damit auch Inhalte aus. Eigene, im Sommer 2000 in Damaskus gemachte Erfahrungen zeigten, dass schon bei im 10-Minuten-Takt erfolgender, eventuell politisch gewollter Unterbrechung der Verbindung sich nur mit Mühe über einen solchen "Anonymizer" der eigene Web-basierte "Mail-Account" öffnen lässt. Dies bedeutet, dass nur bedingt und mit hohem zeitlichen Aufwand blockierter Inhalt aus dem Internet aufgerufen werden kann.

Bei dieser Beurteilung der Möglichkeiten, staatliche Zensur zu umgehen, handelt es sich um eine momentane Bestandsaufnahme. Das Internet ändert sich beständig, und der Wunsch nach Gewährleistung einer anonymen, unüberwachten Nutzung ist auch in anderen Ländern stark ausgeprägt. Er wird zu Weiterentwicklungen führen, die auch für den Nahen Osten relevant sein können.

Neben dieser rein technischen Bewertung der Effektivität von Zensurmaßnahmen sollte man zwei Entwicklungen mit berücksichtigen: Der Erfolg staatlicher Überwachung ist, trotz der berücksichtigenden Softwareentwicklung vor allem vom zahlenmäßigen Verhältnis Überwacher zu Überwachte abhängig. Unter diesem Gesichtspunkt lassen sich auch die weiter oben herausgearbeiteten, teilweise subtilen Maßnahmen verstehen, mit der Regierungen den Zugang der breiten Bevölkerung zum Internet offensichtlich erfolgreich verzögern. Eickelman schreibt in seinem Artikel "Communications and Control in the Middle East: Publications and its Discontents (2001)" in diesem Zusammenhang "… censorship only works on a short-term basis as it requires close observation of all the internet ports in a country which again is only possible if the number of users is very limited. " (Eickelman, D.). Wie weiter oben angesprochen, haben sich dem Internet gegenüber liberal verhaltende Regierungen wie Ägypten, Jordanien und Marokko mit einem "Useranteil" der Bevölkerung von unter einem Prozent eine einfachere Möglichkeit der Überwachung. Eickelman stellt ferner im gleichen Artikel fest, dass sich auch die Art der Zensur an die neuen Umstände anpasst: "In general censorship and control of print and other media has had to become more multidimensional and nuanced. It shows a greater sophistication on part of state gatekeepers about which media make a significant impact on the population" (Eickelman, D.).

Wenn auch langsamer als in der restlichen Welt, so nimmt die Internetnutzung im Nahen Osten doch beständig zu und es gibt keinen Grund zur Annahme einer Umkehr dieser Entwicklung. Das Ausbreitungspotenzial des Internets wird derzeit vor allem durch den Faktor "Bildungsgrad der Bevölkerung" bestimmt. Im  Nahen Osten wurden in den letzten Jahrzehnten Anstrengungen unternommen, eine breite Massenbildung zu erreichen. Alleine die größer werdende Anzahl arabischsprachiger "User", arabischer "Sites" und in arabischer Sprache gehaltener Dienste wie "E-Mail-Accounts", "IRC", "Suchmaschinen", aber auch Online-Übersetzungsprogramme wie das von Ajeeb bewirken, dass das Internet attraktiver für die Normalbevölkerung wird.

 

 

     
© David Haberlah 04/2002